European Alliance Against Depression

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This Project is funded by the European Commission, Executive Agency for Health and Consumers (EAHC), formerly Directorate General Health and Consumer Protection
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Unser Konzept


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Das EAAD-Projekt und seine Ziele
Nationale Aktionsprogramme zur Verbesserung der Versorgungssituation von Menschen, die unter Depressionen leiden oder suizidal sind, sind dringend erforderlich. Die „European Alliance Against Depression“ (EAAD) hat es sich zum Ziel gesetzt, das gesundheitliche Wohl depressiv Erkrankter zu fördern und einen Beitrag zur Suizidprävention zu leisten. Seit 2004 wird in den 18 teilnehmenden EU-Mitgliedsstaaten ein Interventionsprogramm auf vier Ebenen durchgeführt: Hausärzte, die breite Öffentlichkeit, Betroffene und Multiplikatoren (Pfarrer, Lehrer, Altenpflegekräfte, Medien u.a.) werden zielgruppenspezifisch zu den Themen „Depression, Suizidalität“ informiert und geschult. Das Konzept (4-Ebenen-Ansatz) und die Materialien basieren u.a. auf Erfahrungen aus dem „Nürnberger Bündnis gegen Depression“, einem Subprojekt des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten „Kompetenznetzes Depression, Suizidalität“ (vgl. Hegerl et al. 2006).

Der 4-Ebenen-Ansatz
Die Intervention findet auf unterschiedlichen Ebenen des Versorgungssystems gleichzeitig statt, um Synergieeffekte nutzen zu können. Folgende Maßnahmen werden ergriffen:

4 Ebenen Ansatz Link to larger display of this picture

Abbildung 1: 4-Ebenen Ansatz der "European Alliance against Depression"

  • Kooperation mit Haus- und Kinderärzten
    Für Haus- und Kinderärzte werden interaktive Schulungen zur Diagnose und Therapie depressiver Erkrankungen und Exploration akuter Suizidalität im primärärztlichen Setting angeboten. Außerdem erhalten sie Informationsmaterial (z.B. Videokassetten) zur Weitergabe an Patienten. Darüber hinaus werden Hotlines eingerichtet, bei der Haus- und Kinderärzte individuelle Fälle aus der Praxis besprechen können. Die bekannte „Gotland-Studie“ (Rutz et al. 1989, 1992) lässt den Schluss zu, dass die Fortbildung von Hausärzten zur Verringerung suizidaler Handlungen beigetragen kann.
  • Kampagne für die breite Öffentlichkeit
    Durch Plakate, Flyer, Broschüren, Kino-Spots, Informationsveranstaltungen und Internet-Auftritte wird in der breiten Bevölkerung ein stärkeres Bewusstsein für das Thema geschaffen. Mittels gezielter Aufklärung sollen die Kenntnisse über und Einstellungen zur Erkrankung Depression verbessert werden, um damit einen Beitrag zur Anti-Stigmatisierung zu leisten. Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Medien wird bewirkt, dass die Themen „Depression“ und „Suizidalität“ stärker in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Spezielle Leitlinien zur Berichterstattung über Suizid werden verteilt, um so genannte „Nachahmungssuizide“ zu verhindern.
  • Zusammenarbeit mit Multiplikatoren
    Für verschiedene Zielgruppen, die berufsbedingt häufig mit depressiven Patienten zu tun haben und damit als Multiplikatoren wirken, werden Weiterbildungsveranstaltungen angeboten ( u.a. Lehrer, Geistliche, Altenpflegekräfte, Polizeibeamte). Spezielle Angebote richten sich an Eltern betroffener Kinder, Jugendarbeiter und Lehrer, um Kinder und Jugendliche zu erreichen, die an Depressionen oder selbst verletzendem Verhalten leiden (z.B. Informationsveranstaltungen, Schulaktionen).
  • Angebote für Betroffene und Angehörige
    Betroffene, v.a. Personen, die bereits einen Suizidversuch hinter sich haben, oder auch junge Menschen, die in einer Adoleszenzkrise wiederholt suizidal werden, werden gezielt über Hilfsangebote in Krisensituationen informiert: Sie erhalten eine Notfallkarte mit Telefonnummern von Ansprechpartnern, die rund um die Uhr erreichbar sind. Darüber hinaus werden bestehende oder neu zu gründende Selbsthilfegruppen unterstützt und Kooperationen mit Patientenverbänden hergestellt.

Ein überzeugendes Vorbild
Die Wirksamkeit des Nürnberger Interventionsprogramms konnte im Rahmen einer sorgfältig durchgeführten Begleitevaluation eindeutig nachgewiesen werden. Im Vergleich zur 1-Jahres-Baseline und zur Kontrollregion Würzburg zeigte sich ein signifikanter Rückgang (- 24%) suizidaler Handlungen, einem wichtigen Indikator für die Verbesserung der Versorgungssituation depressiv erkrankter Menschen.

Rückgang suizidaler Handlungen Link to larger display of this picture

Abbildung 2: Reduktion suizidaler Handlungen in Nürnberg

Die in Nürnberg gewonnenen Erfahrungen und dort getesteten Materialien werden mit denen anderer europäischer Länder innerhalb der „European Alliance Against Depression“ kombiniert. Dadurch soll die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der europaweiten Initiative erhöht werden.

Deutscher EAAD-Partner ist die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Würzburg. Die Projektzentrale der EAAD befindet sich in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig.

 

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Letzte Änderung: 17.03.2010

 

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