European Alliance Against Depression

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This Project is funded by the European Commission, Executive Agency for Health and Consumers (EAHC), formerly Directorate General Health and Consumer Protection
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Public Health und Depression


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Depression: ein drängendes Problem
Einer europaweiten Studie zufolge leiden ca. 7 % der Bevölkerung der europäischen Union an einer behandlungsbedürftigen depressiven Erkrankung (Lépine et al., 1997). Depressionen sind durch einen immer wiederkehrenden, oft auch chronischen Verlauf gekennzeichnet. Depressionen beeinträchtigen die Lebensqualität stärker als alle anderen Erkrankungen und führen häufig zum Suizid: Etwa 10 – 15 Prozent der an schweren Depressionen leidenden Patienten nehmen sich das Leben. Eine hohe Suizidrate gilt als ein wichtiger Indikator für eine sub-optimale Diagnose und Therapie. Dass die Depression eine der größten Volkskrankheiten ist, wurde erst jüngst von der WHO bestätigt (Murray & Lopez: „The Global Burden of Disease“, 2001): Betrachtet man neben der Schwere der Beeinträchtigung auch die Dauer der Erkrankung, liegen Depressionen in den entwickelten Ländern vor allen anderen psychischen und physischen Erkrankungen.

grafik global burden of disease Link to larger display of this picture

Abbildung1: WHO-Studie "Global Burden of Disease", Murray & Lopez 2001    © Kompetenznetz Depression


 
Suizidalität
Mehr als 90 Prozent aller Suizide werden im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen begangen, die allermeisten davon auf Grund einer Depression. In der Europäischen Union nehmen sich jedes Jahr mehr als 58.000 Menschen das Leben. Je nach Land rangieren die Suizidraten von 5,92 pro 100.000 Einwohner in Italien bis hin zu 25 pro 100.000 in Slowenien (WHO Europäische Datenbank „Gesundheit für alle“, 2001 - 2003).

Suizidraten Europa Link to larger display of this picture

Abbildung 2: Suizidraten in Europa;
WHO Europäische Datenbank "Gesundheit für alle", 2005


Sterben durch Selbsttötung zählt europaweit zu dem zweithöchsten Todesrisiko für junge Männer und dem dritthöchsten für junge Frauen. Ungefähr 14% aller Suizide werden im Alter zwischen 15 und 24 Jahren begangen (Quelle: Arbeitspapier der Europäischen Kommission zum Gesundheitszustand von Jugendlichen in der Europäischen Union). Die Anzahl an Suizidversuchen ist im Vergleich zur Anzahl an vollendeten Suiziden vermutlich wesentlich höher. Schätzungen zufolge werden von jungen Menschen 20 bis 30 mal so viele Suizidversuche wie vollendete Suizide verübt. Angesichts dieser Situation sind Initiativen und Aktionen zur Suizidprävention, die insbesondere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen, dringend erforderlich.

Diagnostische und therapeutische Defizite
Obwohl wirksame Therapien zur Verfügung stehen (Antidepressiva, Psychotherapie) erhalten nur ca. 10% der depressiv erkrankten Menschen eine optimale Behandlung. Die Gründe für die unzureichende Diagnose und Behandlung liegen

  • in Defiziten auf der Ebene der Primärversorgung (z.B. mangelndes Fachwissen hinsichtlich Diagnose und Behandlung, Unterschätzen der Schwere der Beeinträchtigung durch die Erkrankung),
  • in der Wahrnehmung der Erkrankung in der Öffentlichkeit (Depression wird nicht als Erkrankung gesehen, sondern z.B. auf persönliches Fehlverhalten zurückgeführt) und
  • in der Situation der depressiven Patienten selbst, die krankheitsbedingt hoffnungs- und energielos sind.

Das EAAD-Projekt richtet sich gegen die vorhandenen diagnostischen und therapeutischen Defizite hinsichtlich depressiver Störungen und Suizidalität, indem es in 18 EU-Mitgliedsstaaten breit gefächerte gemeindebasierte Interventionsprogramme durchführt.

Deutscher EAAD-Partner ist die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Würzburg. Die Projektzentrale der EAAD befindet sich in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig.

 

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Letzte Änderung: 19.03.2010

 

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